Konstruieren mit Google Sketchup
Gepostet am | 16. Mai 2012 | 1 Kommentar
Konstruieren mit dem Mac. Kostenlos und schnell mit Google Sketchup 8. Hier findet sich ein kleiner Einblick in das Programm nebst Links aus dem Artikel aus exakt 06/2012.
Hinweis: Google hat im April 2012 sein Produkt Sketchup an Trimble verkauft. Trotzdem soll Sketchup in einer Community-Edition weiterhin kostenfrei erhältlich sein.
Google Sketchup unterstützt den Konstrukteur mit einfach zu bedienenden Werkzeugen, Video-Tutorials und einer großen Bibliothek mit 3D-Modellen. So wird dem Neuling der Einstieg erleichtert – das erste eigene Modell etwa für Google Earth ist nur eine Frage der Zeit.

Villa aus der 3D-Galerie
Was ist es und was macht es?
Das kostenlose Google Sketchup ist für Windows und Mac verfügbar und gehört zu den CAD-Programmen (CAD = Computer Aided Design). Mit einfach zu bedienenden Werkzeugen lassen sich komplexe Modelle, zum Beispiel von Häusern, Fahrzeugen oder auch einer Küche erstellen. Die Modelle können texturiert und anschließend in verschiedene Formate exportiert werden. Dazu gehören in der kostenlosen Variante die Bildformate JPEG und PNG sowie das Google Earth-Format KMZ. Die kommerzielle Variante Sketchup Pro ist für knapp 400,– Euro erhältlich und kann unter anderem diverse Formate im- und importieren. Wichtig sind vor allem die Vektorformate PDF für skalierbare Zeichnungen und DWG bzw. DXF für den Austausch mit Konstrukteuren, die ein anderes CAD-Programm verwenden. Weitere Unterschiede zwischen der kostenlosen und der Pro-Version von Sketchup sind unter [1] und [2] beschrieben.

Startschirm von Sketchup
Geführter Einstieg
Sketchup bietet beim Start des Programms unter dem Punkt „Lernen“ Links zu englischsprachigen Videoerklärungen. Sowohl Anfänger als auch Experten können beim Ansehen der Videos im Browser eine Menge lernen – selbst wenn sie der englischen Sprache nicht mächtig sein sollten. Im Blog gibt es weitere Tipps und Tricks, die bei der täglichen Arbeit mit Sketchup nützlich sind. Aber auch tolle architektonische Beispiele finden sich dort, etwa die Willard Library aus Evansville, Indiana, USA, modelliert von Randall Crane.

Willard Library (Randall Crane)
Unter „Vorlage“ finden sich verschiedene Zeichnungstypen wieder. Diese stammen aus den Bereichen Architektur, Ingenieurwesen und Produktdesign nebst Holzarbeiten. Für Google Earth lässt sich ebenfalls eine Vorlage laden, mit der der Export der Zeichnungen für den Kartendienst von Google leicht gemacht wird.
Nach Auswahl der Vorlage und Anklicken von “Sketchup jetzt verwenden”, öffnet sich die übersichtliche Oberfläche. Jedes Werkzeug wird mit animierten Skizzen und einem deutschen Text erklärt. Nach dem ersten Start sollten übrigens die Funktionspaletten über das Menü Ansicht eingeblendet werden. So sind alle Werkzeuge per Mausklick verfügbar, bis der Benutzer die Tastenkommandos auswendig kennt. Angezeigt werden diese, wenn der Mauszeiger über einem Werkzeug-Symbol verharrt.
3D-Modelle
Direkt aus dem Programm heraus ist die online 3D-Galerie von Google mit dem Namen „3D-Warehouse-Dienst“ erreichbar. Hier finden sich von Möbelstücken über ganze Häuser oder Wahrzeichen viele verschiedene Modelle zum Ausprobieren und Anschauen. Ein Beispiel für die Vergabe von Materialien an Teile eines Modells zeigt Studio Bottini mit einer Schrankwand mit Holzteilen .

Senza (Studio Bottini)
Der Import in Sketchup ist denkbar einfach: Die Funktion „3D-Galerie → Modell übernehmen“ aus dem Dateimenü auswählen, dann das gewünschte Modell suchen, „Modell herunterladen“ anklicken und per Mausklick platzieren. Viele Modelle sind in nicht-kommerziellen Projekten kostenlos verwendbar. Im Zweifel kann der Designer über den kleinen Briefumschlag neben dem Namen oben rechts kontaktiert werden.
Wer seine eigenen Modelle für andere freigeben möchte, kann dies ebenfalls über das Dateimenü erledigen. Die Funktion „3D-Galerie → Modell gemeinsam übernehmen“ öffnet ein neues Fenster, in dem sich der Nutzer mit seinem Google-Account anmeldet. Zusätzlich muss der Account für den 3D-Warehouse-Dienst freigegeben werden. Falls der Login mit einem Google-Account nicht funktioniert, da der Account keinen Alias nutzt, hilft ein Besuch von [8].

Gebäude aus der 3D-Galerie
Erweitern mit Plugins
Sketchup kann durch den Einsatz von Plugins um weitere Funktionen ergänzt werden: Beispielsweise hat die Fachhochschule Gelsenkirchen ein Solches im Angebot, durch das CityGML-Dateien geladen und bearbeitet werden können. CityGML-Daten werden von Kommunen genutzt, um digitale Stadtmodelle in 3D zu visualisieren.
Die Firmen Egger und Horatec bieten ein 99 Euro teures Plugin für den hauseigenen Roomdesigner an, um Zeichnungen mit Google Sketchup zu verknüpfen. Dabei können sowohl fertige Räume zur Weiterverarbeitung importiert als auch Modelle aus Sketchup exportiert werden. Für Architekten, Innenausstatter und Schreiner, die bereits den Roomdesigner in Benutzung haben, sicherlich eine sehr elegante Methode, um Räume und Möbel zu gestalten. Die Planung geschieht dann im Roomdesigner, Explosionszeichnungen, Ansichten und Skizzen oder Grundrisse werden in Sketchup erstellt.
Für die Windows-Version von Sketchup bietet i-materialise ein Plugin an, mit dem eigene Modelle als gedrucktes 3D-Modell bestellt werden können. Und schließlich enthält Sketchup eine gut dokumentierte Schnittstelle zur Programmiersprache Ruby, durch die mit etwas Programmieraufwand weitere Funktionen ergänzt werden können.
Schlußbemerkung
Zum Einstieg in die Konstruktion mit dem Computer ist Sketchup sehr gut geeignet: Es bietet alle Funktionen, die sich der Amateur wünscht, exportiert eigene Kreationen als Bild und kann mit Plugins erweitert werden. Die 3D-Galerie bietet viele fertige Modelle zum Ausprobieren. Kommerzielle Nutzer müssen natürlich Geld investieren. Das kann sich aber für Innenausstatter oder Schreiner, die auch als Designer arbeiten, lohnen: Besonders die Verknüpfung mit Produkten wie dem Roomdesigner oder der Export für 3D-Drucker wie i-materialise machen Google Sketchup zu einem Produkt, das man sich ansehen sollte.
Links
Vergleich Sketchup und Sketchup Pro
Funktionen von Sketchup und Sketchup Pro
Tutorial-Videos
Das Blog zu Google Sketchup
Willard Library, Evansville, Indiana, USA
Senza, eine Wand mit Stein und Holz
Googles 3D-Galerie
Google-Kontoinformationen und Alias-Vergabe
Egger Roomdesigner
FH Gelsenkirchen: CityGML mit Sketchup-Plugin
i.materialise druckt Sketchup-Modelle in 3D-Plugin
Sketchup API zu Ruby-Plugin
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Kommentare
Eine Antwort auf “Konstruieren mit Google Sketchup”
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18. Mai 2012 @ 08:02
[...] BlaBla-Meter zeigt übrigens für meinen Artikel zu Google Sketchup den Wert 0.13 und für den zum Diskonverter 0.19. Der “wp-content konnte nicht gefunden [...]